-
UmweltBriefe -<wbr> Aus Kommunen und Forschung
HOME AKTUELL ARCHIV SUCHEN UEBER UNS IMPRESSUM PROBEABO MEDIADATEN
Ausgabe August 2017
Bürgerinfo
 
Titel
Merk-Wuerdiges
Kommunen und Regionen
Aus Unternehmen und Forschung
Best Practice
Trends
Hintergrund
EU-Politik
Abfall
Immissionsschutz
Energie
Naturschutz
Mobilität
Klima
Publikationen
Bürgerinfo
 
Diesen Beitrag können Sie im Rahmen eines Abonnements unter Angabe der Quelle und gegen Benachrichtigung kostenfrei verwenden.
 

Umweltbriefe

Foto:

Foto: Andrey Popov/Fotolia.com

Geräte-Tipps, die echt was bringen

Nachhaltigkeitsratgeber, Teil 1: Küche
Kein Essen für die Tonne

In der Küche wird gekocht, der Müll getrennt und der Einkauf gelagert. Kühlschrank und Herd bergen Potenziale – für überzeugte Ökos und Sparfüchse. Denn große Haushaltsgeräte brauchen viel Strom. Bei geschickter Gerätenutzung lässt sich in einem 3-Personen-Haushalt Strom für fast 100 Euro pro Jahr sparen. An unseren persönlichen CO2-Emissionen hat der Stromverbrauch aber nur einen Anteil von sieben Prozent, fast doppelt so viel ist es bei der Ernährung. Wichtig fürs Klima ist daher vor allem auch, was wir essen und wie viel davon in den Müll wandert: 82 Kilo unverdorbene Lebensmittel landen im Schnitt bei jedem von uns in der Tonne, das sind 17 Prozent aller Einkäufe – und das kostet richtig Geld: Auf 235 Euro pro Kopf summiert sich der Essensmüll für jeden von uns im Jahr. Und wenn man noch die Müllgebühren hinzu addiert, lohnt sich der Aufwand fürs Müllvermeiden allemal.

Am häufigsten weggeworfen werden Obst, Gemüse und Backwaren – alles Lebensmittel, die täglich bis zum Ladenschluss in großer Auswahl angeboten werden. Ein Kilo Brot im Müll produziert so viel unnötiges CO2 wie 3,5 km Autofahren. Die scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit von Lebensmitteln gehört neben dem vergleichsweise niedrigen Preisniveau und schlechter Einkaufsplanung zu den Hauptgründen für unseren nachlässigen Umgang mit Lebensmitteln.

Auch wichtig: das Mindesthaltbarkeitsdatum hinterfragen. Es ist einer der häufigsten Gründe, warum Lebensmittel ungeöffnet im Müll landen. Manche Lebensmittel halten durchaus einige Tage länger als angegeben, andere wie Nudeln oder Mehl im Grunde nahezu unbegrenzt. Die eigenen Sinne helfen dabei, die Essbarkeit zu überprüfen. Im Laden selbst verschwinden Produkte teilweise schon vorm Ablauf des Datums aus dem Regal und landen im Müll. Gerade für sofortigen Verbrauch also auch kaufen, was bald abläuft oder kleine Schönheitsfehler hat – ist oft im Preis reduziert.

Wer Müll trennt, tut etwas für die Umwelt. Plastikverpackungen können wieder zu Produkten werden. Getrenntes Sammeln ist daher sinnvoll. Heute landet zwar noch die Hälfte unserer Kunststoffverpackungen im Müllofen – heißt dann energetische Verwertung –, aber mehr wird gesetzlich noch nicht verlangt. Technisch ginge es besser. Besonders wirkungsvoll ist es, Altglas und -papier zu trennen: Beides wird fast vollständig wiederverwertet und spart Energie und Wasser. Ein Kilo verwertetes Altglas entlastet das Klima so stark wie der Verzicht auf 2,5 km Autofahrt, bei Altpapier sind es 4 km. Aber fahren Sie nicht für kleinste Abfallmengen extra mit dem Auto zum Wertstoffhof, das würde dann die Umweltvorteile der Sammlung schnell wieder aufbrauchen.

von Marcus Franken, Monika Götze

> Marcus Franken, Monika Götze: Einfach öko. Besser leben, nachhaltig wohnen! 200 Tipps, die wirklich was bringen. 190 S. 17,95 Euro; Oekom Verlag
> Infos und Tipps gegen das Wegwerfen bietet www.zugutfuerdietonne.de
> Verbrauch für Herstellung, Transport, Lagerung ist einfach zu kalkulieren unter www.resterechner.de

Geräte-Tipps, die echt was bringen

1. Neue, effizientere Haushaltsgeräte. Die können zwar die Stromrechnung senken, sind aber eine große Investition. Klassisches Stromsparen lässt sich einfacher anpacken. Schon kleine Handgriffe und Gewohnheitsänderungen sparen Geld.

2. Wasserkocher. Die wichtigste Anschaffung, wenn Sie mit Strom kochen, ist ein moderner Wasserkocher. Das ist zwar ein weiteres elektrisches Gerät, aber eines, das sich lohnt. Denn gegenüber einem Glaskeramikkochfeld lässt sich ein Liter Wasser in einem Wasserkocher um 1,6 Cent preiswerter erwärmen. Am besten auch Nudelwasser darin vorkochen.

3. Spülmaschine. Gut zwei Drittel aller Haushalte haben eine Spülmaschine, Tendenz steigend. Trotz Zusatzgerät: Das ist gut für die Umwelt, denn Spülen per Hand benötigt weit mehr Strom und Wasser als eine moderne Maschine. Einziger Haken: Richtig sparsam sind nur die Sparprogramme mit bis zu vier Stunden Laufzeit. Da ist Geduld gefragt. Und die lohnt sich: 15 Euro weniger auf der Stromrechnung, wenn Sie länger und weniger heiß waschen. Nicht zu kalt stellen: 50 °C reichen für normalen Schmutz. Teller-Vorwäsche von Hand besser vermeiden, abwischen mit Küchentuch reicht.

4. Kühl- und Gefriergeräte. Gerade ältere Kühl- und Gefriergeräte sind oft Stromfresser. Schon kleine Veränderungen haben hier große Wirkung: Bis zu 30 Prozent weniger CO2 und Strom können es sein, das spart rund 45 Euro. Wichtig: Eisfächer und Gefriergeräte regelmäßig abtauen, auf fest anliegende Türdichtungen achten und Tiefgekühltes erst im Kühlschrank auftauen lassen. Nach dem Frühstück sollten Milch, Käse und Wurst schnell wieder zurück in den Kühlschrank, umso sparsamer ist das Abkühlen. Nicht zu kalt regeln: Ideal sind sieben Grad Celsius im Kühlschrank und minus achtzehn Grad im Gefriergerät. Und: nicht neben Ofen oder Heizung stellen, nicht in die Sonne.

5. Ofen, Platte, Topf, Deckel. Müssen in der Größe zueinanderpassen. Deckel immer zu! Ofen vorheizen muss nicht sein. Hitze früh herunterdrehen, Umluft nutzen.

Stromsparen in der Küche

  • Durchschnittlich 35 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt laufen in der Küche durch den Zähler: 17 Prozent für Kühl- und Gefriergeräte, 11 Prozent beim Kochen und 7 Prozent fürs Spülen. Ähnlich viel ist es nur im Wohn- und Arbeitszimmer mit 27 Prozent Stromverbrauch für Fernseher und Computertechnik.
  • Alt oder neu? Obwohl es fast immer umweltschonender ist, seltener Neues zu kaufen, spart der Austausch alter Stromfresser Strom und Geld. Selbst bei noch funktionsfähigem Gerät ist ein vorzeitiger Austausch in der Regel nach 10 bis 15 Jahren nachhaltiger als die weitere Nutzung.
  • Das EU-Energielabel ist verwirrend geworden: Einst war die Klasse A die effizienteste, inzwischen dürfen nur noch neue Kühlschränke mit A+ in den Handel. Die neuen Spitzenreiter heißen A+++, jedoch gilt das nicht für alle Produkte. Auch verwirrend: Gezeigt werden stets sieben Stufen (A bis G), unabhängig davon, welche in den Handel dürfen.
     
 
         
 
 

© 2017 Walhalla u. Praetoria Verlag GmbH & Co. KG | Impressum | Datenschutzerklärung