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Ausgabe 13/13, 4. Juli
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Umweltbriefe

 

 

 

 

 

 

Energiesparen im Haushalt, Teil 39
Glotzen mit Köpfchen

Fernseher, DVD-Recorder und HiFi-Anlage haben Kühlschrank und Gefriertruhe als größte Stromfresser abgelöst. Zusammen mit Bürogeräten zieht die Unterhaltungselektronik ein gutes Zehntel des Haushaltsstroms. Das schlägt auf die Stromrechnung durch. Zentrale Kostentreiber sind der Fernseher und seine Peripheriegeräte. Doch mit ein paar Tricks lässt sich der Energiehunger des Geräteparks zumindest drosseln.

von Hartmut Netz

1. Stromverbrauch. Alte Geräte fressen mehr Strom als neue. Diese Regel gilt insbesondere für LCD-Fernseher. Binnen drei Jahren habe sich der durchschnittliche Stromverbrauch halbiert, teilt die Stiftung Warentest mit. Während sich sparsame LCD-Modelle mit 80-cm-Bilddiagonale mit 44 bis 64 kWh Strom für 12 bis 17 Euro pro Jahr begnügen, ziehen 2007 gekaufte Geräte im Schnitt 230 kWh und verursachten damit jährliche Stromkosten von 62 Euro. Ist der LCD-Fernseher älter als sechs Jahre, sieht die Bilanz noch schlechter aus – auch im Vergleich zu Röhrengeräten. Eine vor sechs Jahren gekaufte Röhre mit 74-cm-Diagonale verbraucht durchschnittlich 210 kWh Strom für 57 Euro pro Jahr – fast genauso viel wie ein Röhren-TV, das bereits 16 Jahre auf dem Buckel hat. Ein vor zehn Jahren in Betrieb genommener Röhrenfernseher mit 50-Hz-Technik zieht im Schnitt sogar nur 50 kWh pro Jahr. Kostenpunkt: 32 Euro. Wer Strom sparen will, deaktiviert überflüssige Funktionen wie Schnellstartmodus oder sich automatisch aktualisierende Programmzeitschriften.

2. Helligkeit. Wie gut man das Bild auf dem Fernsehschirm erkennen kann, hängt vom eingestellten Helligkeitswert ab. Die Unterschiede innerhalb eines Bildes bezeichnet man als Kontrast. Er wird als Verhältnis angegeben. Bei LCD-Fernsehern sind Werte zwischen 1 000:1 bis 3 000:1 üblich, bei Plasma-Geräten 5 000:1 bis 10 000:1. Als Faustformel gilt: Je höher das Verhältnis, desto kräftiger das Bild.
Hohe Kontrast- und Helligkeitswerte steigern allerdings den Stromverbrauch. Das macht sich bei Plasma-Fernsehern bemerkbar, die für helle Szenen deutlich mehr Strom ziehen als in dunklen. LCD-Geräte verbrauchen dagegen immer gleich viel Strom, denn im Betrieb leuchtet permanent eine Lampe. Die meisten TV-Geräte werden mit gedimmter Bildschirmbeleuchtung ausgeliefert. Ausschlaggebend für die Effizienzklassen des EU-Energielabels ist nämlich der Auslieferungszustand. Dabei gilt: Je dunkler das Bild, desto stromsparender das Gerät und desto besser die Effizienzklasse. Für ein gutes Bild empfiehlt die Stiftung Warentest, Helligkeit und Kontrast daheim nachzujustieren. Dadurch könne aber der Stromverbrauch steigen. Bei LCD-Geräten regelt man das Hintergrundlicht mit der Backlight-Funktion, bei Plasma-Fernsehern dreht man am Helligkeitsregler.

3. Bildschirmauflösung. Die gibt die Anzahl der Bildpunkte (Pixel) an, aus denen das Bild aufgebaut ist. Sie ergibt sich horizontal aus der Bildpunktezahl und vertikal aus der Zeilenzahl. 720 Pixel mal 576 Zeilen ist eine gängige Auflösung für Röhrenfernseher. LCD-Bildschirme arbeiten je nach Größe mit Auflösungen von 640 x 480 bis 1 920 x 1 080, Plasma-Geräte zwischen 1 024 x 768 und 1 920 x 1 080. Um hochaufgelöste, digitale Bilder (HDTV) wiedergeben zu können, muss der Fernseher eine Auflösung von 1 280 x 720 Bildpunkten schaffen. Es gilt: Je feiner die Auflösung, desto höher der Stromverbrauch.

4. Heimkino. Schaltzentrale älterer Heimkino-Anlagen sind sogenannte AV-Receiver, die unterschiedliche Geräte wie DVD-Recorder, CD-Player oder Videorecorder mit dem Fernseher und zwei bis vier HiFi-Lautsprecherboxen verbinden. Eine solche Anlage schluckt sowohl im Standby als auch im Betrieb bis zu 75 Prozent mehr Strom als eine neue Heimkino-Anlage. Die Stiftung Warentest rät: Besser einen Fernseher mit gutem Ton kaufen und die Heimkino-Anlage nur selten zuschalten.

5. Schnellstart und Auto-Off. Fernseher, DVD-Geräte und HiFi-Anlagen werden zunehmend mit einem Schnell-startmodus ausgerüstet, der das Gerät einige Sekunden schneller hochfährt, als es aus dem üblichen Bereitschaftszustand möglich ist. Dieser Luxus steigert den Standby-Verbrauch jedoch von weniger als 1 Watt auf 20 bis 30 Watt. Stiftung Warentest rät, den Schnellstartmodus zu deaktivieren. Manche Fernseher verfügen über eine Auto-Off-Funktion, der den Standby-Betrieb nach einer vorgegebenen Zeit selbsttätig beendet und das Gerät vom Netz trennt.

6. Sitzposition. Ob sich ein Film ohne Ermüdung konsumieren lässt, hängt neben der Qualität auch davon ab, aus welcher Entfernung und unter welchem Winkel man das Geschehen auf der Mattscheibe verfolgt. Für PAL-Bilder betrage die optimale Entfernung das Fünf- bis Siebenfache der Bildschirmhöhe, empfiehlt das Öko-Institut. Handelt es sich um einen HDTV-Film, schrumpft der empfohlene Betrachtungsabstand auf das Zwei- bis Dreifache der Bildschirmhöhe. Will man näher dran sein, sollte man die Auflösung erhöhen. Das kostet mehr Strom. Der optimale Betrachtungswinkel von LCD-Geräten ist im Vergleich zu Plasma- und Röhrenfernsehern deutlich eingeschränkt. Wer das ignoriert, riskiert auf Dauer Kopfschmerzen.

7. Videorecorder. Sie gehören zu den Geräten, die ihren Strom größtenteils im Standby verpulvern, denn Videorecorder werden täglich nur eine Stunde genutzt. Den Rest des Tages verharren sie im Leerlauf. Doch gerade ältere Geräte sind Stromfresser, die im Standby-Betrieb 15 Watt und mehr ziehen. Auf das Jahr hochgerechnet verursachen sie Stromkosten von mehr als 30 Euro; über die übliche Lebensdauer von zwölf Jahren summiert sich das auf gut 370 Euro. Abschalten lohnt also, birgt aber bei Geräten ohne Stütz-Akku die Gefahr, dass gespeicherte Programmierungen verloren gehen. Ist der Videorecorder bereits etliche Jahre alt, sollte man über einen Neukauf nachdenken: Sparsame Geräte ziehen im Leerlauf maximal ein Watt.

> Stromverbrauch und Betriebskosten Ihres Fernsehkonsums lassen sich ermitteln unter www.ecotopten.de/prod_fernsehen_prod_tool1.php
> Eine Broschüre der Deutschen Energie-Agentur, Ich will großes Kino für kleines Geld, gibt Tipps zu Kauf und Betrieb von TV- und HiFi-Geräten: http://www.dena.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Stromnutzung/Dokumente/BR_Unterhaltungselektronik.pdf
 

 
 
 

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