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Ausgabe 14/13, 18. Juli
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Umweltbriefe

Energiesparen im Haushalt, Teil 40
Wenn die Musik aus ist

In vielen deutschen Haushalten verharrt die Flimmerkiste ständig oder gelegentlich im Bereitschaftsbetrieb. Weniger als die Hälfte schaltet den Fernseher sofort nach Gebrauch ab. Auch knapp 40 Prozent aller HiFi-Anlagen hierzulande laufen standby weiter, wenn die Musik aus ist. Schade ums Geld, denn der Strompreis ist binnen zehn Jahren kräftig gestiegen. Abschalten lohnt sich.

von Hartmut Netz

1. DVD-Geräte DVD-Player und DVD-Recorder sind am Tag durchschnittlich zwei Stunden in Betrieb. Den Rest der Zeit verharren sie meist in Bereitschaft, um Programmierung und Timer-Uhr am Laufen zu halten. Dabei gehen Geräte, die vor 2010 in den Handel kamen, verschwenderisch mit Energie um. Insbesondere DVD-Recorder mit Festplatte können veritable Stromfresser sein. Das gilt in stärkerem Maße für Blu-Ray-Player, die den klassischen DVD-Geräten Konkurrenz machen. Auf Blu-Ray-Discs, die mit Speicherkapazitäten bis 100 Gigabyte angeboten werden, lassen sich Filme mit deutlich höherer Auflösung speichern als auf DVDs. Moderne DVD- und Blu-Ray-Geräte verfügen oft über einen sogenannten Flashspeicher, der die Programmierungen auch ohne Stromzufuhr hält. Besonders effiziente Blu-Ray-Player sparen im Vergleich zu marktüblichen Geräten zwischen 30 und 70 Prozent Strom.

> Eine Marktübersicht der sparsamsten Blu-Ray-Player als PDF unter www.ecotopten.de/download/EcoTopTen_Marktuebersicht_DVD_2012.pdf

2. HiFi-Kompaktanlage. Kompakte HiFi-Anlagen vereinen Radio, CD-Player und Verstärker in einem Gerät. Dadurch sind sie kleiner und sparsamer als Anlagen einzelner Komponenten. Die meisten Kompaktanlagen haben jedoch keinen Netzschalter. Umso wichtiger ist bei einem Neukauf der Blick auf den Standby-Verbrauch, der bei effizienten Geräten unter einem Watt liegt. Auch die Stromaufnahme im Betrieb kann – bei gleicher Musikleis-tung – stark schwanken. Moderne Kompaktanlagen verfügen häufig über einen Eco-Modus, der das Gerät nach Abspielen einer CD zeitlich verzögert und selbsttätig in den energetischen Tiefschlaf schickt. Effiziente Anlagen begnügen sich mit Strom für vier Euro pro Jahr, ineffiziente verursachen das Vierfache an Stromkosten.

3. HiFi-Komponenten. Wer eine HiFi-Anlage aus Einzelgeräten wie Tuner, Verstärker, CD-Player oder Plattenspieler besitzt, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben, tut gut daran, sofort nach dem Musikgenuss die Stromzufuhr zu kappen. Insbesondere alte Verstärker mit mehreren hundert Watt Leistung ziehen in Betrieb und Standby ordentlich Strom, den sie größtenteils als Wärme an den Raum abgeben. Im Standby schlucken solche Geräte zwischen 20 und 30 Watt. Kostenpunkt: über 50 Euro pro Jahr. Moderne Verstärker arbeiten sparsamer und verbrauchen im Standby nur ein Watt oder weniger.

4. Spielkonsole. Das Innenleben einer modernen Spielkonsole unterscheidet sich kaum noch von dem eines PCs. Teilweise sind Spielkonsolen sogar leistungsfähiger als Büro-Rechner. Doch mit der Leistung steigt auch der Energiehunger. Ineffiziente Geräte ziehen im Betrieb zwischen 100 und 200 Watt, im Leerlauf zwischen 100 und 170 Watt und im Bereitschaftszustand bis zu 10 Watt. Verharrt beispielsweise die X-Box 360 von Microsoft (Baujahr 2010) nach dem Spiel im Leerlauf, kommen jährliche Stromkosten von über 160 Euro zusammen. Werden die Spiele auf der Festplatte gespeichert, spart dies etwa zehn Prozent Strom. Einige Konsolen verfügen über eine Auto-Power-Down-Funktion, die das Gerät nach einer Stunde Leerlauf automatisch in einen stromsparenden Zustand versetzen. Allerdings muss diese Funktion vom Nutzer aktiviert werden. Grundsätzlich sollte gelten: Konsole sofort nach dem Spiel vom Netz trennen.

5. Standby. Seit Anfang 2010 dürfen Geräte der Unterhaltungselektronik im Bereitschaftsbetrieb maximal ein Watt Strom ziehen; haben sie eine Statusanzeige, dürfen es zwei Watt sein. Diese Grenzwerte verschärfen sich 2014 auf ein halbes Watt ohne und ein Watt mit Anzeige. Geräte, die vor 2010 auf den Markt gekommen sind, schlucken jedoch erheblich mehr Strom (s. Tabelle). Im ungünstigsten Fall, etwa bei Videorecordern, ist der Stromverbrauch im Standby-Betrieb weit höher als während der tatsächlichen Nutzung. Das kann ins Geld gehen: Auf ein Jahr umgelegt, kostet jedes Watt aufgenommener Bereitschaftsstrom über zwei Euro. Demnach kostet der Standby-Betrieb von Fernseher, Set-Top-Box und DVD-Recorder jährlich bis zu 46 Euro. Da ist es überlegungswert, ein altes Gerät, das ohne Stromversorgung seine Programmierung verliert, durch ein neues zu ersetzen, das im Standby-Zustand wesentlich weniger Strom zieht. Generell gilt: Wer seinen Fernseher nach Gebrauch abschaltet, spart nicht nur Stromkosten, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Gerätes. Zudem beugt er einer möglichen Brandgefahr durch Überhitzung vor.

6. Steckerleiste. Wer glaubt, er könne seinen Fernseher per Knopfdruck ausschalten, irrt zumeist. Manche Hersteller bauen gar keinen Netzschalter mehr ein, andere montieren ihn statt an der Netzseite an der Niederspannungsseite hinterm Trafo, so dass das Gerät auch nach Abschalten weiter Strom zieht – zu erkennen an einem leisen Summen oder an der Wärmeabstrahlung noch eine Stunde nach Abschalten. Zwar ist der Stromverbrauch im Schein-Aus-Zustand für Geräte der Unterhaltungselektronik, die ab 2010 in Verkehr gebracht wurden, per EU-Richtlinie auf ein Watt begrenzt, doch ältere Geräte verbrauchen oft ein Vielfaches. Da hilft nur Stecker ziehen. Bequemer ist jedoch eine schaltbare Steckdosenleiste, die den Fernseher mitsamt Set-Top-Box und DVD-Recorder oder die komplette Anlage aus Radio, Verstärker, CD- und Plattenspieler mit einem einzigen Knopfdruck vom Netz trennt. Schaltbare Steckerleisten kosten zwar je nach Ausführung bis zu 25 Euro, machen sich jedoch nach kurzer Zeit bezahlt.

Gerät
Strom-
aufnahme
(in Watt)
Standby
pro Tag
(in Stunden)
Kosten
pro Jahr
(in Euro)
LCD-TV, alt
3
20
5,50
Röhren-TV
10
20
18
DVB-T-Receiver
(Set-Top-Box)
10
20
18
Videorecorder
15
23
31
DVD-Player
4
20
7
DVD-Recorder
(mit Festplatte)
8
22
16
Radio (3 Geräte)
5
21
9,50
HiFi-Kompakt
10
20
18
Verstärker
30
20
54

Quellen: Dena, EWS, UBA (mit Strompreis: 27 Ct/kWh)

 

 
 
 

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