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Ausgabe 21/12 25. Oktober
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Umweltbriefe

 

Energiesparen im Haushalt, Teil 30
Klären Sie Ihren Bytebedarf

Wer beim Computerkauf nur den Schnäppchenangeboten der Elektromärkte hinterherjagt, ist schlecht beraten. Was die Werbung verschweigt: Genauso wichtig wie Gigabyte und Pixelzahl ist der Energieverbrauch. Ein ineffizienter Rechner verbraucht im Vergleich zu einem effizienten der gleichen Leistungsklasse bis zu zwei Drittel mehr Strom. Das hat das Umweltbundesamt ermittelt.

von Hartmut Netz

1. PC. Unter einem Personal Computer versteht man ein Zentralgerät unter dem Schreibtisch, das erst durch den Anschluss von Bildschirm, Maus und Tastatur bedienbar wird. Mithilfe integrierter serieller oder USB-Anschlüsse lassen sich Peripheriegeräte wie Drucker oder Scanner mit der Zentraleinheit verbinden. Vorteil von PCs: Im Gehäuse ist meist Platz genug für das Nachrüsten von weiteren Laufwerken, Festplatten oder Speicherchips. Anders als bei Notebooks lässt sich eine defekte Grafikkarte problemlos austauschen. Nachteil von PCs: Sie sind an einen Ort gebunden.

2. Notebook. Flexibler als PCs und in der Leistung vergleichbar sind Notebooks. Im flachen Klappgehäuse moderner Geräte verbergen sich ein 15- oder 17-Zoll-Monitor, ein CD-DVD-Laufwerk und viel Speicherplatz. Leistungsfähige Akkus erlauben stundenlanges Arbeiten ohne Steckdose. Wer überwiegend am Schreibtisch arbeitet, kann eine externe Tastatur, eine Maus und einen größeren Monitor anschließen.

3. Netbook. Die kleine Schwester des Notebooks ist weniger leistungsstark, hat kein eigenes Laufwerk und die Zahl der Anschlüsse ist überschaubar. Dafür ist es kleiner und leichter. Da Bildschirm und Tastatur kleiner ausfallen als beim Notebook, ist die Bedienung weniger komfortabel. Für E-Mail, Internet und Texte sind Netbooks jedoch gut geeignet.

4. Bildschirm. Röhrenmonitore sind out – und das aus gutem Grund: Flachbildschirme sparen Platz, sind strahlungsärmer, haben ein schärferes Bild und verbrauchen rund zwei Drittel weniger Strom als Röhrenmonitore. Doch auch unter den Flachmännern gibt es Unterschiede, denn der Stromverbrauch steigt mit Auflösung und Bilddiagonale. Braucht ein effizienter 17-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 1 280 x 1 024 Pixel im Betrieb rund 20 Watt:, schluckt ein sparsamer 22-Zöller mit 1 680 x 1 050 Bildpunkten zwischen 30 und 40 Watt.

5. Drucker. Zur Auswahl stehen Tinte oder Laser. Für den Druck von Farbphotos eignen sich Tintenstrahl-Drucker besser. Dafür arbeiten Laser-Drucker schneller und produzieren ein schärferes Schriftbild. Sie verbrauchen in Bereitschaft und Betrieb allerdings auch deutlich mehr Strom. Während Laser in der Anschaffung um einiges teurer sind, verursachen Tintenstrahler wesentlich höhere Folgekosten: 1 000 Seiten und 100 Photos kosten als Tintendruck zwischen 30 und 110 Euro. Das hat das Öko-Institut errechnet. Ein Laser erledigt das für maximal 40 Euro. Eine automatische Duplex-Funktion ermöglicht beidseitigen Druck und spart damit Papier. Einige Tintenstrahler verwenden im Duplex-Modus allerdings auch beim Schwarzweiß-Drucken Farbtinte, da diese schneller trocknet. Drucker mit Fax-Funktion verbrauchen durch Dauerbereitschaft jährlich bis zu 100 Kilowattstunden zusätzlichen Strom. Ob es das im Internet-Zeitalter noch braucht, ist fraglich.

6. Multifunktionsgerät. Die Kombination von Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem Gerät vermeidet die Leerlaufverluste mehrerer Einzelgeräte. Da Peripherie-Geräte bis zu 90 Prozent ihres Strombedarfs im Bereitschaftszustand schlucken, sind Multis echte Stromsparer – insbesondere, wenn ihr Bereitschaftsverbrauch unter einem Watt liegt.

7. Label. Drei Umweltzeichen versprechen Hilfe beim Computerkauf. Der Blaue Engel des Umweltbundesamtes würdigt besonders effiziente PCs, Bildschirme, Drucker und Multifunktionsgeräte. Außer bei Druckern und Multis ist das Angebot ausgezeichneter Geräte jedoch recht mager. Einer höheren Akzeptanz unter den Herstellern erfreut sich der Energy Star der amerikanischen Umweltbehörde EPA, mit dem energiesparende Bürogeräte gekennzeichnet werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Gerät mindestens den Energy Star in Version 4.0 trägt – ältere Versionen gelten als wenig anspruchsvoll. Weltweite Bedeutung hat auch das TCO-Label, mit dem besonders energiesparende, strahlungsarme und ergonomische PCs, Bildschirme und Notebooks ausgezeichnet werden.

8. Ausstattung. Größer, schneller, stärker – so bewirbt der Handel seine Geräte. Doch die angepriesenen Komponenten sind für die üblichen Arbeiten meist überdimensioniert: Wer mit dem Computer hauptsächlich E-Mails lesen, Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Filme anschauen und im Internet surfen will, benötigt keine teure und stromfressende High-Speed-Grafikkarte. Eine Ausstattung nach Bedarf spart bares Geld – insbesondere bei der Wahl von Prozessor, Graphikkarte und Netzteil, die besonders stromhungrig sind. Zum Vergleich: Ein effizienter PC mit Durchschnittskomponenten benötigt etwa 75 Watt Leistung, ein High-End-PC bis zu 300 Watt.

9. Energiebilanz. Je größer die Leistung, desto höher der Energiekonsum. Ein für aufwendige 3-D-Spiele hochgerüsteter High-End-PC schluckt drei- bis viermal mehr Strom als ein Durchschnittsgerät. Sparsamer als Stand-PCs sind mobile Rechner, denn sie sind für einen möglichst langen Betrieb ohne externe Stromversorgung ausgelegt. Gegenüber einem vergleichbaren PC verbraucht ein Notebook rund 70 Prozent weniger Strom. Wer nur einen mobilen Rechner für einfache Anwendungen benötigt, sollte sich ein Netbook zulegen. Der kleine Klapprechner kommt im Normalbetrieb mit 40 Prozent weniger Strom aus als ein Notebook.

10. Entsorgung. Ausgediente PCs, Bildschirme oder Drucker müssen fachgerecht entsorgt werden, denn sie enthalten Giftstoffe wie Blei, PVC, Quecksilber und Weichmacher. Kommunale Sammelstellen nehmen sie kostenlos entgegen und sorgen für die Rückgewinnung wertvoller Inhaltsstoffe wie Gold, Silber, Tantal oder Platin.

> Eine Datenbank mit sparsamen Bürogeräten findet sich im Internet unter www.office-topten.de (> man gibt das gewünschte Ausstattungsprofil ein und erhält eine Auswahl passender Geräte)
> Die Stiftung Wartentest bietet aktuelle Tests von Computern und Peripherie-Geräten an unter www.test.de/thema/personal-computer/ und www.test.de/thema/drucker/
> Eine Übersicht über den Energieverbrauch getesteter Bürogeräte findet sich unter www.no-e.de/html/unglaublich.html
> Ein Leitfaden zum Bildschirmkauf erhalten Sie als PDF unter unter www.ecotopten.de/download/EcoTopTen_Monitore_Technikdaten.pdf
> Weitere Informationen zum Label Blauen Engel gibt es unter www.blauer-engel.de, zum Energy Star-Label unter www.eu-energystar.org/de und zum TCO-Label unter http://tcodevelopment.com/
> Die Marktübersicht Ecotopten gibt Empfehlungen für den Kauf sparsamer PCs, Notebooks, Bildschirme und Drucker unter www.ecotopten.de/produktfeld_informieren.php

 

 
 
 

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